Coffeeshops sprießen aus dem Boden, als gäbe es nichts mehr anderes zu trinken. Bei uns ist seit einigen Jahren eine neue Kaffeekultur zu beobachten. Gab es früher außer dem Kaffee aus der Maschine höchstens noch den Espresso oder Cappuccino beim Italiener, so finden wir heute aromatisierte Kaffeesorten und viele andere Spezialitäten wie Ristretto, Café au lait Schümlikaffee, die man früher nur im Urlaub genießen konnte.
Die Kaffeesorten und die vollautomatischen Kaffeemaschinen boomen.
Besonders beliebt sind die Kaffeespezialitäten mit Milchschaum. Aber, so fragen wir uns, wenn der Kaffeekonsum steigt, ist das denn überhaupt gesund?
Früher war Kaffee vor allem verrufen, da er angeblich Herz und Kreislauf belastet. Heute weiß man, dass sogar Bluthochdruckkranke unbesorgt zwei, drei Tassen Kaffee am Tag trinken können. Allerdings kann es bei starkem Konsum zu zittrigen Händen und Schweißausbrüchen und ähnlichen Erscheinungen kommen.
Doch neben diesen eher unbedenklichen Auswirkungen werden dem Kaffee heute eher positive Eigenschaften zugeschrieben.
Die Bitterstoffe sollen die Zähne vor Karies schützen und das enthaltene Vitamin Niacin soll den Stoffwechsel ankurbeln und damit auch Diäten unterstützen, aber auch gut für die Haut sein. Zudem wird ihm ein aphrodisierender Effekt zugesprochen, da er depressive Stimmungen vertreibt.
Nur wer Kaffee als Muntermacher benützt, sollte lieber kleinere Portionen über den Tag verteilen, denn beim übermäßigem Genuss kann das Gegenteil bewirkt werden, dass man nämlich müde wird.
Kaffee entzieht dem Körper auch nicht zusätzlich Wasser, wie bisher oft behauptet wurde. Trotzdem sollte man sich die, z.B. in den Wiener Kaffeehäusern gepflegte, Sitte ein Glas Wasser zum Kaffee zu trinken, aneignen, denn dadurch wird die Säureproduktion des Magens begrenzt und der Kaffee noch bekömmlicher.
Und für Magenempfindliche ist der „kleine Schwarze“ besser geeignet als der Filterkaffee. Denn Espresso ist magenfreundlicher, da seine Bohnen länger geröstet werden und dadurch Säuren und andere reizende Substanzen, die dem Magen zu schaffen machen, vernichtet werden.
Jeder muss für sich selbst heraus finden, wie viel Kaffee ihm gut tut. Und auch welche Geschmacksrichtung man bevorzugt, das bleibt jedem selbst überlassen.